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Dienstag, 12. Oktober 2010

Das Absurde

Der Mensch braucht eine Antwort auf die Sinnfrage, ohne diese Antwort überwältigt die meißten ein Gefühl tiefster Verzweifelung. Viktor Frankel Neurologe, Psychologe und Philosoph berichtet dies aus seiner eigenen KZ-Erfahrung, er stellt aber auch fest „Sinn muss gefunden werden, kann nicht erzeugt werden.“

Leider kann Weisheit des Königs aus "Alice im Wunderland", der meint: "Wenn es keinen Sinn hat erspart uns dies viel Arbeit!" nur von den wenigsten erreicht werden. In einer Situation, in der wir uns fühlen wie ein "Zigeuner am Rande eines Universums, das blind und taub für seine Musik ist" (Jacques Monod) ergreift uns schwärzeste Verzweifelung.

Die Fassaden unseres Lebens brechen ein und wir sind mit der Absurdität konfrontiert. Doch wie nun weiterleben, angesichts einer Sinn entleerten Welt? Albert Camus schlägt als Lösung eine Haltung des Trotzes vor. Seinen Essay "Der Mythos des Sisyphos" schließt er mit den Worten, das man sich Sisyphos als glüchlichen Menschen vorstellen muss.

Montag, 11. Oktober 2010

Das Gewohnte und das Natürliche

Wir Menschen neigen dazu das Gewohnte mit dem Natürlichen zu verwechsel, also etwas schon für natürlich zu halten, nur weil wir es gewohnt sind.
"Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?" (Georg Christoph Lichtenberg Sudelbücher, Heft D (399))
Nein es ist schwer von den Gewohnheiten abzulassen, bieten sie doch auch Sicherheit. Sicherheit? Welch gefährliche Sache, den wie sagt doch Hekate in MacBeth:
Dem Tod und Schicksal sprech' er Hohn,
Nicht Gnad' und Furcht soll ihn bedrohn;
Denn, wie ihr wißt, war Sicherheit
Des Menschen Erbfeind jederzeit.

Dienstag, 5. Oktober 2010

Idiot

"Der Idiot (von grch. ἰδιότης (idiótes) „Privatperson“ „Eigentümlichkeit“, „Eigenart“; latinisiert idiōta „Laie“, „Pfuscher“, „Stümper“, „unwissender Mensch“) war in der griechischen Antike ein Mensch, der Privates nicht von Öffentlichem trennte (wie Handwerker und Händler) oder aber jemand, dem das Politische untersagt war (wie Frauen und Sklaven). Der politische Raum stand synonym für den Begriff der Öffentlichkeit. Wer private Angelegenheiten nicht im eigenen Haushalt („oikos“) verbarg oder nicht als geeignet für das öffentliche Leben angesehen war (siehe oben), wurde als „idiotes“ (Privatperson) bezeichnet." (aus Wikipedia).

Diese Art Idioten kennen wir heute auch noch, genau die sind gemeint die sich in den Realityshows der Privaten herumtreiben, also in dem was Harald Schmidt: "Unterschichtenfernsehen" nennt. Grenzenlos wird privatestes nach aussen gekehrt, man erfährt Dinge die man nie wissen wollte. Die Währung unserer Zeit ist Aufmerksamkeit, Wahrnehnmung! Den nur wahrgenommnes zählt: Andy Warhols "15 minutes of fame" gewähren schließlich einen Hauch Unsterblichkeit. Allerorten grassiert der Exibitionismus und man selbst? - Man selbst ist davon peinlich berührt, ich hab da ein neues Wort gelernt: "fremdschämen".

Tabubrüche werden zur Regel und gezielt eingesetzt um Aufmerksamkeit zu erzielen, ein aktuelles Beispiel findet man hier: Udo Reiter, Intendant des MDR bedient mal gezielt Vorurteile.

Nachtrag: Auch dem Spiegel ist dies aufgefallen.

Nachtrag 2:Privatsphäre: Über die Auswirkungen des Privaten auf die Öffentlichkeit, Politik und Gesellschaft